Wie finde ich einen spannenden Einstieg, um die Medien für wissenschaftliche Studien unseres Unternehmens zu interessieren?

Frage: Ich arbeite in der PR-Stelle eines Unternehmens, das regelmäßig Studien veröffentlicht. Die Pressemitteilungen, die ich schreibe, empfinde ich oft als langweilig. Wie kann ich die Inhalte so aufbereiten, dass sie für die Medien interessant werden?

Antwort: Wer wie Sie häufig die gleiche Textsorte bedient, tappt oft in die Routinefalle. Das kenne ich selbst zu gut. Dagegen helfen ein paar Kreativitätsbooster. Wie wäre es mit diesen drei?

Neue Ideen assoziieren

Schreiben Sie fünf Minuten Assoziationen zu Ihrem Thema auf. Dabei dürfen Sie den Stift nicht absetzen. Fällt Ihnen nichts ein, malen Sie Kringel oder schreiben Blablablub. Damit tricksen wir unseren inneren Kritiker aus, der gerne in der Reflexion zuschlägt. Notieren Sie auch alberne Einfälle. Nach fünf Minuten schreiben Sie jene Worte oder Formulierungen heraus, die Ihnen interessant erscheinen. Jetzt dürfen Sie überlegen, wie daraus ein Einstieg wird.

Ein Beispiel: Die Assoziation „Elefant“ könnte zu folgender Überlegung führen. Unsere Studie kann sich nicht mit den Studien-Elefanten von Konzernen vergleichen – kann sie aber ergänzen. Der Einstieg könnte dann so aussehen:

Fokussiert und zielgenau: Unsere Studie zum Thema XXX belegt Einschätzung zu XXX.

Besondere Zahlen hervorheben

In jeder Untersuchung können wir besondere Zahlen finden, selbst wenn der Inhalt nicht bahnbrechend ist. Wie wäre es mit diesem Einstieg?

5.436 Seiten zum Thema XXX von 18 Autor*innen aus 13 Studien haben wir für unsere Vergleichsstudie ausgewertet. Das Ergebnis: Die Mehrheit der Untersuchungen …

Mini-Storytelling

Oder beginnen Sie mit einer Mini-Geschichte. Hier ein Beispiel für eine Untersuchung zur Auswirkung von Corona auf unseren Alltag:

Carola Müller hat sich daran gewöhnt, Stundenpläne zu schreiben: Fürs Einkaufen, die Arztbesuche, fürs Homeschooling ihrer beiden Töchter und den Küchendienst. „Das hat uns alle in der Pandemie durch den engen Alltag gerettet“, sagt Carola Müller, die vor vier Wochen ihre zweite Corona-Impfung erhielt. „Das wollen wir auf alle Fälle beibehalten.“ 

Was die Menschen aus der Corona-Zeit mitnehmen, fand unsere Studie zu den Auswirkungen der Pandemie auf unseren Alltag heraus. Die Kernergebnisse: Fast jede dritte Familie hat ihren Alltag in der Pandemie besser organisiert als davor.

Probieren Sie die drei Einstiege aus – und Ihnen werden sicher noch weitere Ideen kommen.

Es grüßt Sie herzlichst aus dem [schreibzentrum.berlin],

Ihre Christina Denz

E. Liebscher