„Mit freundlichen Grüßen?“

Frage:  Ich habe gehört, dass man heute nicht mehr „Mit freundlichen Grüßen“ schreibt, sondern es jetzt heißen soll: „Mit freundlichem Gruß“. Stimmt das?

Antwort:

Die Schlussformel: „Mit freundlichen Grüßen“ dürfte seit mehreren Jahrzehnten die Standard-Formulierung am Ende geschäftlicher Schreiben sein. Sie hat sich vermutlich deshalb durchgesetzt, weil sie neutral, sachlich und höflich ist. Das wird auch heute noch in vielen geschäftlichen Situationen als angemessen empfunden. Eine Regel aber, dass es stattdessen nun „Mit freundlichem Gruß“ heißen müsse, gibt es nicht. Vielmehr sind heute beide Varianten in regem Gebrauch, insbesondere dort, wo der neutrale und förmliche Gruß ausdrücklich gewünscht wird, etwa in Behörden oder öffentlichen Institutionen.

Alternativen mit persönlichem Akzent

Seit sich die neuen Medien auch in der Arbeitswelt verbreiten, suchen immer mehr Schreibende nach Alternativen, weil sie „Mit freundlichen Grüßen“ als floskelhaft und unpersönlich empfinden. Und tatsächlich kann der Schluss auch eines geschäftlichen Schreibens Spielraum für eine individuelle Verabschiedung bieten. Es hängt davon ab, wem Sie schreiben und in welchem beruflichen Verhältnis Sie zu der betreffenden Person stehen. Wenn Ihnen dabei „Mit freundlichen Grüßen“ als unangemessen und zu distanziert erscheint, dann beenden Sie Ihr Schreiben mit einem passenden persönlichen Akzent, wie etwa in den folgenden Beispielen:

  • „Mit herzlichem Gruß“
  • „Mit Dank und besten Grüßen“
  • „Viele Grüße aus/nach Berlin“

Oder verbinden Sie die Grüße mit einer weiteren Botschaft:

  • „Ich freue mich auf unser Gespräch und sende freundliche Grüße“

Schluss auch ohne Grüße

Sie können bei der Verabschiedung sogar ganz auf das Wort „Grüße“ verzichten, denn es gibt auch keine Regel, dass die Schlussformel einen ausdrücklichen Gruß enthalten müsse. Beispielsweise:

  • „Für das Projekt wünsche ich Ihnen viel Erfolg“

und dann kommt Ihr Name darunter.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nun viel Freude beim Ausprobieren neuer Schlussvarianten

Ihr
Dr. Sven Arnold

P.S. Mehr Schreibtipps zum gelungenen zeitgemäßen Schriftverkehr im Beruf erfahren Sie in unserer Schreibwerkstatt „Korrespondenz“.

Daniela Liebscher