Wie Sie mit Storytelling aus trockener PR spannende Geschichten machen

Frage: Als IT-Spezialistin soll ich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für unser Institut machen, das Sicherheits-IT für Hochschulen und Forschungseinrichtungen entwickelt, Wie kann ich diesen eher trockenen Stoff spannend aufbereiten? Wie funktioniert das mit dem Storytelling?

Antwort: Storytelling gilt als eine der Schlüsseltechniken, um Journalisten und Kunden für die eigenen Themen zu gewinnen. Aber gerade gegenüber den Medien sollten wir es mit der Geschichte nicht übertreiben und den Storytelling-Einstieg möglichst kurz halten.

Hier sind drei Vorschläge, wie es gelingt.

Die Ministory: Verwandeln Sie ein innovatives Vorhaben in eine ganz kurze Geschichte zum Einstieg ins Thema. Das könnte so klingen:

Seit Jahre tüftelt IT-Experte Ralf Müller an einer sicheren Offline-Cloud für Hochschulen. Nach zwei Jahren Vorbereitung und vielen Nachtschichten gab er im Juni sein „Baby“ frei.

Seit 1. August speichern unter anderem die Universität Causton in England und die Verwaltungshochschule in Kastenfingen am Ende jeden Tages die gesamten digitalen Prozesse verschlüsselt und auf Schadsoftware geprüft offline. Im Falle eines Hackerangriffs gibt es stets eine aktuelle Datenversion offline, auf die Hacker keinen Zugriff haben.

Nun folgen Details zu der vom Institut entwickelten Online-Offline-Lösung von Daten.

Vorher-Nachher. Überlegen Sie, welches Problem Ihre Zielgruppe hat – und wie Ihr Institut das Problem lösen kann. Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem offline gespeicherten Datensatz eines Arbeitstages. Das könnte dann so klingen:

Jochen Schmidt erinnert sich mit Grauen an den 18. April 2025. In der Verwaltungshochschule Kastenfingen ging nichts mehr. Die Computer waren tot, nur in der Zentrale blinkte dem Leiter der Hochschulverwaltung eine Lösegeldforderung von Hackern entgegen. Ein Jahr danach hat Schmidt die Software unseres Instituts installiert. Ein zweiter Hackerangriff im Juli 2026 lief deshalb ins Leere. „Wir hatten dank des Systems vom Institut XXX keinen Druck, den Erpressern nachzugeben. Denn wir hatten unkomprimierte Datenversionen offline.“

Die Heldenreise: Beschreiben Sie, welche Hürden zum Beispiel ihr IT-Experte überwinden musste, um eine tragfähige Lösung für Hochschuleinrichtungen zu entwickeln, Daten regelmäßig offline zu speichern und auf Schadsoftware zu untersuchen.

Ralf Müller hat seit Wochen nicht mehr richtig geschlafen. Der IT-Fachmann zeichnete für den Roll Out unserer neuen Offline-Speicherarchitektur für Hochschulen verantwortlich. Dabei steuerte er nicht nur die Entwicklung der Tools, die es Universitäten ermöglichen, täglich ihre Datenprozesse offline zu speichern. Er verantwortete auch die Zertifizierung, konzipiert Schulungen für die Software und führte die Mitarbeitenden der Einrichtungen persönlich in die Bedienung ein.

„Es ist anstrengend, macht aber auch Freude zu sehen, wie sich die Hochschulen resilient aufstellen und gegen Hackerangriff wappnen“, sagt Müller. Vor allem die Schulungen der Mitarbeitenden macht er gerne selbst. „Die Fragen der Teilnehmenden zeigen mir, wo wir unser Produkt noch verständlicher erklären müssen.“

Bei allen drei Varianten rückt eine Person in den Mittelpunkt. Anstatt dass Sie beschreiben, was ihr Institut entwickelt, lassen Sie die Fachperson, einen Kunden oder eine Expertin zu Wort kommen. Das vermittelt komplexe Inhalte gleich viel lebendiger. Probieren Sie es aus.

Es grüßt Sie herzlich aus dem [schreibzentrum.berlin]

Christina Denz

Dozentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

E. Liebscher