Hilft Storytelling, sich Sachen zu merken?

Frage: Ich leite Seminare. Kann Storytelling meinen Teilnehmenden helfen, Inhalte im Gedächtnis zu behalten?

Antwort:

Im besten Fall ja. Geschichten haben eine Form, die uns von klein auf vertraut ist. Sie hilft, Zusammenhänge zu behalten. Was dafür spricht, Storytelling in Seminaren zu nutzen, und was Sie beachten sollten, erfahren Sie im folgenden Tipp.

Fakten informieren, Stories regen an

Um Geschichten zu verarbeiten, sind zahlreiche Teile des Gehirns aktiv – mehr als wenn wir eine Liste mit reinen Fakten lesen. Diese Gehirn-Aktivitäten ermöglichen es, Geschichten besser zu behalten als Fakten. Studien belegen, dass Stories beim Thema ‚merken‘ rund zwanzig Mal besser abschneiden als einzelne Informationen.

Wenn Sie Stories in Seminaren einsetzen möchten, planen Sie Zeit dafür ein. Erzählen Sie sie langsam, denn bei Ihren Teilnehmenden passieren zwei Dinge gleichzeitig: Sie stellen sich vor, was passiert, und sie analysieren das Geschehen.

Gehirne lieben Geschichten

Durch diese vielfältigen Hirn-Aktivitäten könnten Sie meinen, es wäre Schwerstarbeit Geschichten zu verarbeiten. Das Gegenteil ist der Fall: Geschichten sind für unsere Köpfe erholsam, weil sie helfen, Fakten zu ordnen und Sinn zu stiften.

Sinnvoll erscheinen uns Dinge, wenn sie zusammenhängen – oder anders gesagt: wenn Fakten sich als Ursache und Wirkung aufeinander beziehen. Und genau das ist die kürzeste Formel für Stories, Ursache und Wirkung: Einer fiktiven Figur passiert etwas (Ursache) und die Geschichte erzählt, die (Aus)Wirkung dieses Anstoßes. Sie als Seminarleiterin führen Storytelling ein (Ursache), und Ihre Teilnehmenden werden aufmerksamer (eine mögliche Wirkung).

Fiktive Hauptfigur & Lesende haben eine besondere Verbindung

Wie Sie lesen, sind Stories bestens geeignet, Inhalte in Köpfen zu verankern. Voraussetzung ist allerdings, dass die Geschichten rund sind. Damit meine ich, dass nicht nur der Handlungsverlauf klar sein sollte. Wichtig ist auch ein nachvollziehbares Motiv der fiktiven Hauptfigur. Über das Motiv kann Empathie bei den Zuhörerenden entstehen. Und diese Gefühle wiederum helfen, sich Sachen zu merken.

 Es grüßt herzlich aus dem [schreibzentrum.berlin]

Katja Frechen

Daniela Liebscher