So verwandeln Sie Berichte in Storys

Frage: Ich möchte in unserem Firmen-Blog über eine Schulung berichten. Meine Chefin meinte, es soll nicht so trocken werden und ich sollte es mit Storytelling versuchen. Wie das?

Antwort:

Wenn Ihre Chefin den ‚trockenen‘ Bericht von Geschichten unterscheidet, meint sie offenbar die Wirkung, die Ihr Text entfalten soll. Tatsächlich wirken verschiedene Texttypen unterschiedlich: Berichte gelten vielleicht als ‚dröge‘, sind durch ihre sachlichen und zuverlässigen Informationen aber wertvoll. Und Geschichten können mitreißend wirken – aber nur, wenn sie authentisch von einem Problem und seiner Lösung erzählen.

Wann ein nüchterner Bericht nützlich ist

In einem Bericht über die Schulung könnten Sie:

  • gewissenhaft die Anzahl und Funktion der Teilnehmenden beschreiben,
  • Thema und roten Faden der Schulung wiedergeben und
  • die Inhalte der Unterrichtseinheiten festhalten und zusammenfassen.

Das wäre dann ein korrekter Bericht und eine verlässliche Quelle für beispielsweise das Qualitätsmanagement oder die Personalabteilung.

Eine Geschichte in fünf Schritten

Sachliche Informationen kommen auch in Geschichten vor. Dort bilden sie aber nur den äußeren Rahmen; eine Geschichte bietet mehr als Fakten. Sie lädt Lesende ein, eine Hauptfigur bei der Lösung eines Problems zu begleiten. Das bedeutet für Ihre Schulungs-Geschichte:

  • Wählen Sie eine Hauptfigur. Das könnten auch Sie selbst als Teilnehmerin und Erzählerin sein.
  • Erwähnen Sie eine zentrale Frage, mit der die Hauptfigur in die Schulung geht.
  • Welche Gefühle gehen damit einher? Skepsis, Hoffnung?
  • Erzählen Sie, wie und ob die Schulung die wichtigste Frage beantwortet.
  • Ziehen Sie ein Résumé: Ziele erreicht? Welche Stimmung bleibt? Abgekühlt, zufrieden, euphorisch?

So holen Sie Ihre Blog-Leser.innen ab

Bevor Sie loslegen: Machen Sie sich ein paar Gedanken, wie Sie Ihre Leser.innen mit der Schulungs-Story erreichen können: Was ist aus deren Perspektive interessant? Ich empfehle, die „zentrale Frage“ Ihrer Hauptfigur dann so zu formulieren, dass sie auch für Ihre Leser.innen spannend ist. Bei Bedarf feilen Sie an der Frage, bis sie passt.

Es grüßt herzlich aus dem [schreibzentrum.berlin]

Ihre Katja Frechen

Daniela Liebscher