Zusammen schreiben. Schreibkooperationen initiieren und erfolgreich meistern

Vignette des [schreibzentrum.berlin] zu Montags-#Schreibtipps rund ums wissenschaftliche Schreiben zeigt einen Doktorhut auf einem BücherstapelFrage: Bisher schreibe ich meine wissenschaftlichen Texte alleine. Auch weil ich so das Gefühl habe, die Kontrolle zu behalten. Viele schreiben aber in Teams und sind dadurch auch produktiver. Wie funktioniert das überhaupt, das kollaborative Schreiben? Und wie kann ich damit anfangen und auch verhindern, dass es im Chaos endet?

Antwort: Das kollaborative oder auch kooperative Schreiben hat durchaus einige Herausforderungen, aber es kann auch sehr viele positive Effekte haben.

Herausforderungen:

Für viele von uns ist Schreiben etwas Prekäres, fast Intimes. Oft möchten wir erst einen fertigen „perfekten“ Text anderen zum Lesen geben. Einen unfertigen Text wegzugeben gibt uns manchmal das Gefühl, uns verletzlich zu machen. Aber dadurch verschenken wir die Chance auf Resonanz, Inspiration und ehrliche Bereicherung, die in der Kritik liegen kann.

Die kreative Chance:

Deswegen macht es Sinn, sich für eine Kooperation eine Person zu suchen, der man vertraut. Eine nette Kollegin oder eine Freundin, die an ähnlichen Themen arbeitet. Der nächste Schritt, ist, sich ein kleines Projekt zu suchen. Vielleicht nur ein Abstract für ein Konferenzpaper oder einen Blogbeitrag. Dann geht es daran, sich über die jeweiligen Rollen zu verständigen: „Ich schreibe das erste „shitty draft“ und du überarbeitest“. Legen Sie machbare Deadlines mit ausreichend Puffer fest und halten Sie sich daran.

Wichtig:

Inzwischen gibt es viele kostenlose Kollaborations-Tools (wie riseuppad oder google doc) mit denen Sie sogar gleichzeitig an einem Text schreiben können. Eine Kommentarfunktion gibt es auch meistens – aber bedenken Sie: Nur freundliche Kritik führt ans gemeinsame Ziel, denn die Atmosphäre zwischen den Schreibenden ist das A und O für einen gelungenen Text, mit dem beide zufrieden sind. Sprechen Sie über Ihr Schreibverständnis und Ihre Textbeziehung. Wie möchten Sie Feedback geben? Was brauchen Sie, um motiviert zu bleiben?

Und:

Kollaboratives Schreiben ist ein kreatives Vertrauensprojekt: Gemeinsam schreiben heißt einerseits ein bisschen Kontrolle abzugeben, und gleichzeitig ganz viele Möglichkeiten zu eröffnen.

Probieren Sie das gemeinsame Schreiben doch mal aus.

Einfach mal machen!

Mit herzlichem Gruß aus dem [schreibzentrum.berlin]

Ihre

Dr. Lena Eckert

E. Liebscher